Landes-Elternverband Bayerischer Realschulen e.V.

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Medienkompetenz ist Lebenskompetenz

von Andrea Nüßlein

„Auf den Lehrer kommt es an.“, so Anna Stolz, Staatssekretärin im Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus und Vorstandsvorsitzende der Stiftung Bildungspaket Bayern am Wochenende in München. Allerdings müsse auch aus Elternsicht verantwortungsvoll mit dem Thema umgegangen werden. Der digitale Wandel gelinge ihrer Meinung nach nur, wenn alle am gleichen Strang ziehen. 

Betram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw (Vereinigung der Deutschen Wirtschaft eV.) als Vertreter des Hauptsponsors betonte, dass die digitale Souveränität beim Lehrer vorhanden sein soll. Zusätzlich forderte er einen IT- Fachmann für den Support, der  den ganzen Schultag über zur Verfügung steht.

 

Der Schulversuch, an dem sich acht Modellschulen und 12 Netzwerkschulen beteiligen, habe gezeigt, dass Schüler beim Einsatz digitaler Medien dem Unterricht interessierter folgten und die Aufmerksamkeit höher sei. Zu diesem Ergebnis kam Prof. Dr. Ingo Kollar, Lehrstuhl für Psychologie an der Universität Augsburg, der den Schulversuch wissenschaftlich begleitet.

Für Jürgen Böhm, 1. Vorsitzender des Bayerischen Realschullehrerverbandes stellt die Digitalisierung nur ein Hilfsmittel dar, das in allen Fächern umgesetzt werden soll. Die Kinder sollen laut Böhm dazu befähigt werden, in der digitalen Welt zu Recht zu kommen.

„Sich zeigen und sich verbergen“ - mit diesem Titel ging Prof. Dr. Roland Rosenstock, Lehrstuhl für praktische Theologie, Religions- u. Medienpädagogik, auf die Werterziehung in der digitalen Schule ein. Er plädierte dafür, bereits in der 4. Klasse mit Medienerziehung zu beginnen, denn hier bekämen die meisten Kinder ihr Handy.

Netzwerkschulen sind u. a. die Realschulen in Poing, Gauting und Arnstorf.

Ziel des Modellprojekts ist es, bis zum Jahr 2020 übertragbare Konzepte für die selbstverständliche Nutzung der digitalen Möglichkeiten im Unterricht, aber auch für andere schulische Prozesse zu entwickeln.

Durch gemeinsame Konzeptentwicklung, Erfahrungsaustausch und Wissenstransfers soll die Qualität der Arbeit mit digitalen Medien gesteigert werden. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der Unterrichtsentwicklung. Deshalb sind insbesondere folgende Erwartungen an die Netzwerkarbeit geknüpft: Beteiligung an der Entwicklung, Erprobung von Konzepten und konkreten Umsetzungsstrategien für die Nutzung digitaler Medien in Arbeits-, Lehr- und Lernprozessen; Intensivierung eines Schulentwicklungsprozesses hin zur „Digitalen Schule“; Mitarbeit bei der Multiplikation und Evaluation der Ergebnisse.

Der Schulversuch begann mit dem Schuljahr 2017/18 und endet mit Ablauf des Schuljahres 2019/20.

Weitere Informationen unter diesem Link.