Landes-Elternverband Bayerischer Realschulen e.V.

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Die Realschulfamilie der Zukunft - 59. Landeselterntag in Kitzingen

Unter dem Motto „Realschulfamile der Zukunft“ fand am Wochenende an der Staatlichen Realschule in Kitzingen in Unterfranken der 59. Landeselterntag des Landes-Eltern-Verbandes (LEV) der Bayerischen Realschulen statt.

Die Landesvorsitzende Andrea Nüßlein bedankte sich in ihrer Begrüßung für die gute Zusammenarbeit und Verbundenheit innerhalb der Realschulverbände. Das Motto „Realschulfamilie der Zukunft“ passe ihrer Ansicht nach hervorragend zu den aktuellen Veränderungen mit G8 zu G9 und zu einer möglichen Weiterentwicklung der Mittelschule. „Allerdings dürfe die Realschule davon nicht beeinträchtigt werden“.

Schulleiter Michael Rückel berichtete über die Besonderheiten der Realschule Kitzingen. Von schulischer Seite ist man stolz, dass zwei Markenzeichen des Landkreises, der Wein und der Main, sich auch im Wahlfachangebot widerspiegeln: Im Wahlfach Weinbau erleben die Kinder mit den Weinstöcken vor der Schule den Weg von der Traube bis zum fertigen Produkt. Der Main ist willkommener Trainingsort für das Wahlfach Rudern.

Landrätin Tamara Bischof betonte die Schönheit der Landschaft und dass ihr von Anfang an die Bildungspolitik ein wichtiges Anliegen war. Um Kindern und Jugendlichen eine gute Ausbildung zu gewährleisten, wurden die kreiseigenen Schulen ausgebaut und zeitgemäß ausgestattet.

In ihren Grußworten hoben sowohl Jürgen Böhm, Vorsitzender vom Bayerischen Realschullehrerverband, sowie Bernhard Buchhorn, Landesvorsitzender vom Verband Bayerischer Realschuldirektoren, die Stärken und die Unverzichtbarkeit der Realschulen hervor. Jürgen Böhm betonte, dass die Realschulverbände in den vergangenen Jahren gemeinsam die Realschule zu einer der modernsten Schularten in Deutschland weiterentwickelt haben. Die anerkannte bayerische Realschule steht dabei als starke Säule für qualitativ hochwertige Schulbildung in Bayern, die immer den individuellen Bedarf des einzelnen Schülers in den Mittelpunkt rückt.

In Anerkennung der Leistungen des LEV-RS und der Elternbeiräte nahm Bernhard Buchhorn vom VBR das Wort "Eltern" auf und merkte zu jedem Buchstaben etwas an. So lobte er das Engagement der Elternbeiräte, die sich nicht nur an der Schule, sondern auch über die Schule hinaus bildungspolitisch engagieren. Gemeinsam sei allen die Orientierung zur Leistungsbereitschaft im differenzierten Schulwesen. Tüchtig und im Ehrenamt üben die Verantwortlichen im LEV-RS und in den Elternbeiratsgremien ihre Arbeit aus. Dabei gehe der Blick auf die Realität, also das Machbare, nie verloren. "Deshalb heißen wir auch 'Realschule', so Buchhorn. Mit dem Blick in die Zukunft und dem Wunsch nach Nachhaltigkeit.

Elfriede Ohrnberger, Ministerialdirigentin aus dem Kultusministerium, betonte, dass die Realschule eine gut funktionierende und engagierte Gemeinschaft sei, die sich erfolgreich dafür einsetzt, dass die Schulart Realschule im differenzierten bayerischen Schulsystem eine starke Säule ist und bleibt. Die Realschule vermittelt eine solide Basis an Wissen und Können, bahnt Sozialkompetenzen an und unterstützt, in Zusammenarbeit mit den Eltern, die Werteorientierung.

Wie sieht die Realschule der Zukunft aus?“ lautete die Kernfrage in der anschließenden Podiumsdiskussion.Vier Landtagsabgeordnete der Fraktionen CSU, SPD, die Grünen und Freie Wähler sowie ein Vertreter der IHK und des Realschullehrerverbandes standen den interessierten Eltern Rede und Antwort. Es wurden folgende Aussagen getroffen:

Dr. Fahn von den Freien Wählern sieht sie Stärke der Realschule in der Durchlässigkeit. Seines Erachtens muss der Akademisierungswahn gestoppt werden. Die praxisnähe zur Arbeitswelt ist wichtig, daher sind Praktika unverzichtbar. Die Wirtschaft braucht Auszubildende.

Kathi Petersen von der SPD fordert, dass Bildung kostenfrei sein soll. Außerdem muss ein schneller Internetzugang in ganz Bayern möglich sein. Sie fordert als Modell für Städte die Campusstruktur bei der durch eine enge räumliche Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Schularten Synergieeffekte genutzt werden können.

Für Kerstin Celina von den Grünen ist die Realschule bereits in der Zukunft angekommen. Die Realschule umfasst eine Heterogene Schülerschaft und bietet unterschiedliche Möglichkeiten für eine weitere Ausbildung in alle Bereichen.  Sie fordert jedoch eine 110%ige Lehrerversorgung sowie die Senkung der Mehrwertsteuer für Mensaessen.

Manfred Ländner von der CSU betonte, dass sich die CSU für den Erhalt des differenzierten Schulsystems einsetzt. Die Realschule  vermittelt einerseits eine breite Allgemeinbildung und hat andererseits die Berufsvorbereitung fest im Blick. Die Realschule hat besonders früh erkannt, dass Digitalisierung und Medienkompetenz unverzichtbar geworden sind. Für die Realschulen der Zukunft sind die Menschen unverzichtbar, die sie tragen: zum einen gut ausgebildete, engagierte Lehrkräfte, zum anderen aber auch Eltern, die an der schulischen Entwicklung ihrer Kinder Anteil nehmen.  Lernen braucht auch in Zukunft das direkte Miteinander der gesamten Schulfamilie.

Heinz-Peter Sorge von der IHK Würzburg – Schweinfurt sieht die Realschule als Ausbilder für die Fachkräfte von morgen. Er bewirbt die Aktion der Ausbildungsscouts. Hier kommen Bayernweit Auszubildende an Schulen um ihre Berufe vorzustellen.

Jürgen Böhm vom brlv ist der Ansicht, dass durch den Ausbau umfassender integrierter Lehrerreserven pädagogische Freiräume geschaffen werden, die zur individuellen Förderung der Schülerinnen und Schüler genutzt werden können. Unterrichtsausfall kann somit jederzeit aufgefangen werden

Über Neuigkeiten aus dem Kultusministerium informierte Ministerialrat Konrad Huber und Ministerialdirigentin Elfriede Ohrnberger. Im Mittelpunkt stand dabei das brennende Thema Lehrerversorgung und Lehrerreserve.

Musikalisch umrahmt wurde der Vormittag von Schulchor und Concert-Band der Realschule Kitzingen unter der Leitung von Fr. Hasenstab und Fr. Kornberger.

Jeweils einstimmig angenommen wurden die neue Satzung und die neue Geschäftsordnung. Auch alle eingereichten Anträge wurden von der Mitgliederversammlung befürwortet.

Gut besucht waren die Workshops zu den Themen: „Basisarbeit für Elternbeiräte, Elternrechte – Elternpflichten“, „Rhetorik“ sowie „Mediennutzung – Prävention“. Zahlreiche Eltern nutzten dieses interessante Informationsangebot.

Der Landeselternverband bedankt sich bei der gastgebenden Schule sowie dem Elternbeirat für die hervorragende Organisation und Vorbereitung, die erheblich zum Gelingen des Tages beigetragen hat.

Der 60. Landes-Eltern-Tag ist für den 23. und 24.03.2018 geplant. Anlässlich des Jubiläums steht am Freitagabend im Hotel Forsters in Donaustauf der Festakt auf dem Programm, die Tagung selbst wird an einer Regensburger Realschule stattfinden.

Die komplette Pressemitteilung können Sie hier lesen.

Die von unseren Rednern und Referenten überlassenen Unterlagen zum Landeselterntag 2017 stellen wir unter folgendem Link ein: http://www.lev-rs.de/index.php/48-mitgliederbereich/816-landes-realschul-elterntag-2017

Dort finden Sie:

• Grußworte von Bernhard Buchhorn (VBR), Jürgen Böhm (brlv) und Elfriede Ohrnberger (KM)

• Außerdem finden Sie dort den Vortrag von Hr. Huber, KM

• Die Präsentation von Hr. German zum Rhetorik-Workshop

• Eine inhaltliche Zusammenfassung aller drei Workshops

• Impressionen vom LET 2017