Landes-Elternverband Bayerischer Realschulen e.V.

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Bildungsaustausch in Europa - Grenzübergreifendes Lernen

Bundeselternrat Jahresthema 2017: Bildung in Europa – von anderen lernen
Fachtagung der Ausschüsse „Grundschule und frühkindliche Bildung“ „Gesamtschule“ und „Realschule“ 22.-24. September 2017 in Potsdam

 

Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit werden durch den europäischen Austausch lebendig. Es gilt, gemeinsam Grenzen in den Köpfen und im Lernalltag überwinden. Dabei müssen neue Lernwege und Lernorte für ein zukunftsfähiges Europa ergründet, und nachhaltig für gegenwärtige und zukünftige Bildungsgenerationen etabliert werden. Ein gelebter Austausch fördert Selbstreflexion, Verständnis für andere Kulturen und Lebensweisen sowie globales Denken. Diese sind Bestandteile einer Bildung für nachhaltige Entwicklung – BNE. Dies muss in den Schulgesetzen verankert werden. Die Vielfalt der Austauschmöglichkeiten ist noch nicht allen bekannt. Den unterschiedlichen Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler wird dadurch nicht genügend Rechnung getragen.

Fachausschuss der Realschule

Austausch ist Bildung und mehr als Spracherwerb. Er ermöglicht neue Erfahrungen und Einblicke in andere Lern-, Kultur- und Lebenswelten. Alle Schüler/-innen und deren Familien profitieren sozial und kulturell von Austauschprojekten. Diese sind oft auf den Fremdsprachenunterricht beschränkt. Durch die Beschränkung auf die Sprache wird nicht auf die vielfältigen anderen Fähigkeiten und Bedürfnisse der Schüler/-innen eingegangen. Chancen, die die Fächervielfalt bietet, werden vertan und weitere Lernzugänge nicht genutzt.

Schüleraustauschprojekte sind in der Regel unterfinanziert, sodass viele Schüler/-innen diese nicht nutzen können. Hervorzuheben ist, dass Austauschprogramme besser gelingen, wenn Eltern in der Planung und Durchführung eingebunden sind.

Europäischer Austausch muss ein selbstverständlicher Teil der Bildung sein. Jedes Kind soll während seiner Schullaufbahn die Möglichkeit erhalten, an einem europäischen, kulturellen Austauschprojekt, teilzunehmen. Die Teilnahme muss unabhängig von Lernleistungen und der Fremdsprachenkompetenz sein. Austauschprojekte müssen in dem pädagogischen Programm der Schule für alle Schüler/-innen verankert sein. Sie sollen gelebter Teil der Schulkultur sein und durch fältige Angebote ergänzt werden. Austauschprogramme sind für alle Familien finanzierbar zu gestalten.

Die zuständigen Schulbehörden müssen Servicestellen für europäische schulische Begegnungen und Austauschprojekte einrichten und ausbauen. Sie unterstützen, informieren und begleiten die Schulen bei ihren individuellen Austauschpro- grammen und bilden alle Akteure kontinuierlich fort. Sie erstellen Konzepte und Module, die den Austausch für alle Schulformen leicht umsetzbar machen. Dies umfasst alle Arten von schriftlicher, über virtueller, bis hin zur persönlichen Begegnung unter der Einbindung neuer Lern- und Lehrmethodik (zum Bsp. Medienkompetenzen). Die dafür notwendigen zukunftsfähigen Ressourcen müssen allen Schulen zur Verfügung stehen und nachhaltig gesichert sein.

Eltern wollen für alle Kinder gute Bildung und sind deshalb in den länderübergreifenden Austausch frühzeitig einzubinden, damit kultureller und sprachlicher Austausch besser gelingt.