Interfraktionelle Fachtagung „Inklusion“ im Landtag am 07.06.18

„Inklusiver Unterricht ist Aufgabe aller Schulen“ – so steht es im bayerischen Gesetz über das Erziehungs- und Unterrichtswesen geschrieben. Rund sieben Jahre nach Inkrafttreten dieser Regelung und fast zehn Jahre nach Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskommission zogen Bildungspolitikerinnen und -politiker des Landtags bei einer interfraktionellen Fachtagung im Senatssaal im Maximilaneum mit Experten, Lehrkräften und betroffenen Eltern Zwischenbilanz: Was hat sich beim gemeinsamen Lernen bewährt? Was soll in Zukunft weiterentwickelt werden? Bei allen Schwierigkeiten und Problemen stimmten die Teilnehmer darin überein, dass sich vieles in den letzten Jahren zum Positiven gewendet hat. Bayern hat sich auf den Weg in eine inklusive Zukunft gemacht.

Das Eröffnungsgespräch, moderiert von Anouschka Horn (BR), mit Landtagspräsidentin Barbara Stamm und Bildungsminister Bernd Sibler

Es ist ein gemeinsames Ziel, das Abgeordnete aller vier Fraktionen seit Jahren vor Augen und auf ihrer Agenda haben: die Öffnung der bayerischen Schulen für einen gemeinsamen Unterricht behinderter und nicht-behinderter Kinder. Die „Regelschulen“ sollen demnach für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf offen stehen, aber auch umgekehrt: die Förderzentren für „Regelkinder“.

„Wir brauchen auch in Zukunft beide Möglichkeiten der Beschulung, also kein „Entweder-Oder“, sondern ein „Sowohl-als-auch“ bei einer  Vielfalt an schulischen Angeboten“, zeigte sich Landtagspräsidentin Barbara Stamm im Eröffnungsgespräch überzeugt. Auch Kultusminister Bernd Sibler unterstrich: „Bei der Inklusion setzen wir auf vielfältige Konzepte und Förderorte.“ Ziel sei es, sagte Sibler, dass Eltern mit Blick auf das Wohl und die Bedürfnisse ihres Kindes frei in ihrer Entscheidung über den Lernort seien. Weil Inklusion nicht „verordnet“ werden kann, sei es wichtig, dass Teilhabe und das Miteinander in den Köpfen der Menschen ankommt, sagte Barbara Stamm. Kinder mit und ohne Behinderung sollen in der Schule einen selbstverständlichen Umgang miteinander erleben können.

Nicht reibungslos: der Umstieg von einem exklusiven zu einem inklusiven Bildungssystem

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